JVA Stuttgart

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Bild
Jvastuttgart.jpg
Lage in Stuttgart
Breitengrad: 48.853678, Längengrad: 9.153840
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Raf2.png

In der am 16.09.1963 (vor 55 Jahren) nach dreijähriger Bauzeit eröffneten JVA Stuttgart (Anschrift: Asperger Str. 60, 70439 Stuttgart) waren einige Terroristen der RAF untergebracht. Hier spielte sich die Todesnacht von Stammheim ab.

Die Außengestaltung mit in Zacken versetzten Fenstern (sog. "gefaltete Fassade") sollte den Kontakt von Häftlingen untereinander verhindern. Dabei dachte man allerdings nur an den Blickkontakt. Das Zurufen durch die Fenster war dennoch möglich.

Insassen[Bearbeiten]

Beginn Ende Name
28.04.1974 09.05.1976 Ulrike Meinhof
28.04.1974 09.05.1976 Gudrun Ensslin
November 1974 18.10.1977 Andreas Baader
November 1974 18.10.1977 Jan-Carl Raspe
Mai 1976 Brigitte Mohnhaupt
Verena Becker

Zellen[Bearbeiten]

Zellen im 7. Stock der JVA
Zeitraum 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731
von bis (21,3 qm)
Treppen-
haus
Diensträume Teeküche Bad-Zelle
09.05.1976 Ulrike Meinhof
(beging hier Suizid)
13.09.1977 04.10.1977 Andreas Baader
04.10.1977 Andreas Baader
18.10.1977 Jan-Carl Raspe Andreas Baader Gudrun Ensslin Irmgard Möller
  • Andreas Baader hatte in seiner Zelle 974 Bücher, 75 Langspielplatten, eine Olivetti-Schreibmaschine, einen Kasten Pelikan-Wasserfarben, Haarspray, eine Mundharmonika, zwei Pelzmäntel, zwei Sonnenbrillen, einen Elektrowecker, einen Plattenspieler, zahlreiche Gewürze, Bestecke und Teller.
  • Gudrun Ensslin hatte in ihrer Zelle ca. 450 Bücher, einen Plattenspieler, Samson-Tabak, diverse Lebensmittel (u. a. Haferflocken, Senf, Rosinen, Kakao, Zwieback), Waschmittel, einen Rasierapparat, einen Elektrokocher, Parfumfläschchen, eine Geige und einen Notenständer.
  • Jan-Carl Raspe hatte in seiner Zelle 550 Bücher, einen Plattenspieler, Elektrozubehör, ein Mikrofon und diverse Kabel.

Suizid von Ulrike Meinhof[Bearbeiten]

Am 09.05.1976 (vor 42 Jahren) (Muttertag) beging Ulrike Meinhof in ihrer Zelle 719 Suizid durch Erhängen. Dazu stieg sie auf einen Schemel, legte einen Strick aus Stücken zerrissener Anstaltshandtücher, die aneinander geknotet wurden, um ihren Hals und stieß den Schemel weg oder sprang.

Um ca. 07.34 Uhr wurde die Zellentür durch zwei Wachbeamte geöffnet - wie jeden Morgen. Dabei wurde entdeckt, daß sich die 41jährige, die als unberechnbar galt, am Fenstergitter des linken Fensters erhängt hatte. Um ca. 10.30 Uhr wird die Leiche abgehangen, nachdem die komplette Zelle durch Spurensicherungsbeamte untersucht wurde. Anschließend wurde die Leiche zur Obduktion ins Stuttgarter Bürgerhospital (Anschrift: Tunzhofer Str. 14-16, 70191 Stuttgart), das ungefähr zehn Kilometer entfernt ist, gebracht. Der Todeszeitpunkt wurde auf kurz nach 02.00 Uhr geschätzt.

Einen Abschiedsbrief hatte Ulrike Meinhof nicht hinterlassen.

Obduktion von Ulrike Meinhof[Bearbeiten]

Ulrike Meinhof wurde das Gehirn entnommen und man nahm Gewebeproben von ihren Organen. Das Ergebnis wurde nachmittags bekanntgegeben: Suizid durch Strangulation. Anhaltspunkte für Fremdverschulden wurde ausgeschlossen. Als Todeszeitpunkt wurde die Zeit kurz nach 02.00 Uhr morgens geschätzt.

Todesnacht von Stammheim[Bearbeiten]

Versteck für Pistole in Akten während der Stammheim-Prozesse. Gezeigt in einer Ausstellung über die RAF in Stuttgart

Als sogenannte "Todesnacht von Stammheim" wird die Nacht zum 18.10.1977 (vor 41 Jahren) bezeichnet, in der die inhaftierten Anführer der terroristischen Vereinigung RAF (Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe) in ihren Gefängniszellen in der JVA Stuttgart-Stammheim Suizid begingen. Irmgard Möller überlebte schwerverletzt. Das Ereignis war der Schlußpunkt des Deutschen Herbstes, in dem die zweite Generation der RAF versuchte, die inhaftierten Terroristen freizupressen. Als Reaktion wurde am selben Tag der von der RAF entführte Hanns Martin Schleyer ermordet.

Videos[Bearbeiten]

siehe auch[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]

Videos[Bearbeiten]

Fotogalerie[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]