Knesebeckstr. 89, 10623 Berlin: Unterschied zwischen den Versionen

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Am 08.10.{{Jahr|1970}} werden Brigitte Asdonk, Monika Berberich, Irene Goergens, Horst Mahler und Ingrid Schubert in der Wohnung festgenommen. Das geschieht als Folge der Fahndung nach den Tätern der [[3 Banküberfälle in 5 Minuten]] vom 29.09.{{Jahr|1970}} und gilt als erster großer Schlag gegen die [[RAF]], wenngleich Andreas Baader nicht festgenommen werden kann.
  
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Zunächst wird Ingrid Schubert auf dem Balkon festgenommen. Sie weist sich bei Verhaftung mit einem verfälschten Ausweis von Dorothea Ridder aus und hat im Hosenbund eine Pistole stecken. Zwanzig Minuten später kommt Horst Mahler in die Wohnung, der eine durchgeladene Pistole in der Gesäßtasche hat und eine Perücke trägt. Anschließend werden Brigitte Asdonk, Monika Berberich, eine ehemalige Referendarin von Mahler und die Schülerin Irene Goergens festgenommen. In der Wohnung werden vorbereitete und fertiggemischte Thermitbrandsätze sichergestellt und Belege von (teils persönlichen) Ausgaben der [[RAF]]-Mitglieder gefunden.
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Nachdem 90 Minuten lang niemand die Wohnung betreten oder verlassen hat, gehen 14 Polizisten die Treppe nach oben. Sie klingeln, aber es öffnet niemand. In der Wohnung brennt Licht. Das zumindest sehen die Polizisten durch den Briefschlitz. Das Observationsteam auf der Straße meldet eine Frau auf dem Balkon, weshalb um 17.40 Uhr die Tür eingetreten wird. Zunächst wird Ingrid Schubert auf dem Balkon festgenommen. Sie weist sich bei Verhaftung mit einem verfälschten Ausweis von Dorothea Ridder aus und hat im Hosenbund eine Pistole stecken. Zwanzig Minuten später kommt Horst Mahler zur Wohnung, der eine durchgeladene Pistole mit 22 Schuss Munition in der Gesäßtasche hat und eine Perücke trägt. Er stellt sich als Günter Uhlig vor und zeigt einen entsprechenden Ausweis, aber ein Polizist erkennt die Maske und zieht Mahler die Perücke vom Kopf. Anschließend werden Monika Berberich (um ca. 18.30 Uhr), eine ehemalige Referendarin von Mahler, Brigitte Asdonk (um ca. 19.40 Uhr) und die Schülerin Irene Goergens (um ca. 19.55 Uhr) festgenommen. Berberich hat ebenfalls eine Pistole dabei.
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In der Wohnung werden vorbereitete und fertig gemischte Thermitbrandsätze sichergestellt und Belege von (teils persönlichen) Ausgaben der [[RAF]]-Mitglieder gefunden. Das Kassenbuch wurde geführt von Gudrun Ensslin. Darin lesen die Beamten, dass "Hans und Grete", also Andreas Baader und Gudrun Ensslin, 2484 Mark ausgegeben hatten (u. a. 500 Mark für zwei Jacketts) und "Anna" (Ulrike Meinhof) 1300 Mark (u. a. ein Kostüm für 300 Mark).
  
 
Schlüssel zu dieser Wohnung werden in der [[Wohnung von Hans-Jürgen Bäcker]] sichergestellt.
 
Schlüssel zu dieser Wohnung werden in der [[Wohnung von Hans-Jürgen Bäcker]] sichergestellt.

Version vom 13. September 2026, 13:01 Uhr

Bild
Knesebeck89.jpg
Lage in Berlin
Breitengrad: 52.50801 Längengrad: 13.32357
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Raf2.png

Die Sechs-Zimmer-Wohnung im ersten Stock rechts in der Knesebeckstr. 89 in Berlin-Charlottenburg diente den RAF-Terroristen ab der zweiten Augusthälfte 1970 (vor 56 Jahren) als Unterschlupf. Ulrike Meinhof mietete die Wohnung unter dem Namen "Renate Hübner geb. Kron"[1].

Am 08.10.1970 (vor 56 Jahren) werden Brigitte Asdonk, Monika Berberich, Irene Goergens, Horst Mahler und Ingrid Schubert in der Wohnung festgenommen. Das geschieht als Folge der Fahndung nach den Tätern der 3 Banküberfälle in 5 Minuten vom 29.09.1970 (vor 56 Jahren) und gilt als erster großer Schlag gegen die RAF, wenngleich Andreas Baader nicht festgenommen werden kann.

Nachdem 90 Minuten lang niemand die Wohnung betreten oder verlassen hat, gehen 14 Polizisten die Treppe nach oben. Sie klingeln, aber es öffnet niemand. In der Wohnung brennt Licht. Das zumindest sehen die Polizisten durch den Briefschlitz. Das Observationsteam auf der Straße meldet eine Frau auf dem Balkon, weshalb um 17.40 Uhr die Tür eingetreten wird. Zunächst wird Ingrid Schubert auf dem Balkon festgenommen. Sie weist sich bei Verhaftung mit einem verfälschten Ausweis von Dorothea Ridder aus und hat im Hosenbund eine Pistole stecken. Zwanzig Minuten später kommt Horst Mahler zur Wohnung, der eine durchgeladene Pistole mit 22 Schuss Munition in der Gesäßtasche hat und eine Perücke trägt. Er stellt sich als Günter Uhlig vor und zeigt einen entsprechenden Ausweis, aber ein Polizist erkennt die Maske und zieht Mahler die Perücke vom Kopf. Anschließend werden Monika Berberich (um ca. 18.30 Uhr), eine ehemalige Referendarin von Mahler, Brigitte Asdonk (um ca. 19.40 Uhr) und die Schülerin Irene Goergens (um ca. 19.55 Uhr) festgenommen. Berberich hat ebenfalls eine Pistole dabei.

„ Ihr Pigs könnt froh sein, dass ich nicht zum Schießen gekommen bin. “ Irene Goergens nach ihrer Festnahme)

In der Wohnung werden vorbereitete und fertig gemischte Thermitbrandsätze sichergestellt und Belege von (teils persönlichen) Ausgaben der RAF-Mitglieder gefunden. Das Kassenbuch wurde geführt von Gudrun Ensslin. Darin lesen die Beamten, dass "Hans und Grete", also Andreas Baader und Gudrun Ensslin, 2484 Mark ausgegeben hatten (u. a. 500 Mark für zwei Jacketts) und "Anna" (Ulrike Meinhof) 1300 Mark (u. a. ein Kostüm für 300 Mark).

Schlüssel zu dieser Wohnung werden in der Wohnung von Hans-Jürgen Bäcker sichergestellt.

Die RAF zieht sich daraufhin erst einmal teilweise aus West-Berlin zurück. Einige Mitglieder fahren über die Transitstrecke durch die DDR in die Bundesrepublik. Das Ministerium für Staatssicherheit weiß davon, toleriert die Flucht jedoch und teilt den Sicherheitsorganen der BRD nichts mit.

siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof: "Anklage" (Link), abgerufen: 12.08.2026