Objekt 74

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Lage in Briesen (Mark)
Breitengrad: 52.304588 Längengrad: 14.224898
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Dieses Thema
hat einen Bezug
zur DDR.
RAF-Aussteiger wurden zunächst im vom MfS als "Objekt 74" bezeichneten Forsthaus Briesen (Anschrift: Am Bunten Schütz 3, 15518 Briesen (Mark)) untergebracht und einige Wochen geschult, um sie auf das Leben in der DDR vorzubereiten. Die Aussteiger erhielten neue Legenden, die sie dort auswendig lernten, gefälschte Geburts- und Heiratsurkunden, Schul- und Ausbildungszeugnisse und schließlich Wohnungen und Arbeitsplätze in verschiedenen Städten der DDR. In dieser Liegenschaft, die vom MfS der DDR betrieben wurde, wurden ab spätestens 1980 systematisch westdeutsche RAF-Terroristen von Spezialeinheiten des MfS ausgebildet.

Am 15.09.1980 (vor 44 Jahren) reisten Helmut Pohl, Adelheid Schulz, Inge Viett, Christian Klar und Henning Beer in die DDR und führten im Objekt 74 Gespräche mit der Staatssicherheit. Christian Klar führte hier Schießübungen mit einer Panzerfaust durch und schoss dabei u. a. auf einen Pkw, in dem ein Schäferhund angebunden war, der dabei schwerverletzt und anschließend durch einen NVA-Offizier erschossen wurde.

Die Ausreise der meisten RAF-Terroristen (u. a. Silke Maier-Witt) erfolgte über Wien und Prag. Maier-Witt sprach später davon, dass während der Eingewöhnung der Terroristen im Objekt 74 ein Klima des Misstrauens untereinander herrschte, weil es dort auch Leute gab, die dem aktiven Teil der RAF noch sehr nahe standen und eben jene Aussteiger wie Maier-Witt. Diskussionen und Freundschaften habe es dort nicht gegeben.

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