Überfall auf die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank

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Ort
1971 in Kaiserslautern
Opfer
Herbert Schoner
Bild
Fackelstr29 1.jpg
Lage
Breitengrad: 49.44433 Längengrad: 7.76635
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Raf2.png

Beim Überfall auf die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank am 22.12.1971 (vor 48 Jahren) um 08.05 Uhr in der Fackelstraße 29 in Kaiserslautern erbeuteten die Täter 133.986,82 DM. Der Polizeiobermeister Herbert Schoner wurde dabei erschossen. Er wurde so das zweite Todesopfer der RAF.

Ablauf der Tat[Bearbeiten]

Um kurz nach 08.00 Uhr stellten Unbekannte vor den beiden Einfahrten zum Gendarmeriegebäude in der Lauterstraße 8 einen grauen VW 1300 mit den gestohlenen Kennzeichen HOM-A 197 und einen roten Alfa Romeo 1750 Berlina mit den gestohlenen Kennzeichen ZW-D 596 ab, um das Ausrücken von Funkstreifenwagen zu verzögern.

Drei Täter stürmten mit Maschinenpistole, Karabiner und Pistole bewaffnet und Wollmützen getarnt den Schalterraum und schüchterten die zwanzig anwesenden Personen mit Waffengewalt ein. Während der Überfall andauerte, entdeckte der 32jährige Polizeiobermeister Herbert Schoner, der einen Angestellten der pfälzischen Regierungskasse zu Fuß bei einem Geldtransport begleitete, einen im Haltverbot stehenden weinroten VW Bus mit gefälschten Neunkircher Kennzeichen (NK-N 728). Als er den im Wagen sitzenden Fahrer zum Vorzeigen seiner Fahrzeugpapiere auffordern wollte, setzte der Bus zurück und riß ein Haltverbotsschild um. Dann fuhr er ein Stück nach vorne und wieder zurück. Als Schoner zur Wagentür trat, gab der Fahrer mehrere Schüsse durch das rechte Seitenfenster auf ihn ab und Schoner wurde von (mindestens) einem Schuß getroffen. Er schleppte sich schwerverletzt in die Bankfiliale und wurde dort dann von den überraschten Räubern mit mehreren Schüssen getötet.

Schoner hinterließ eine Frau und zwei Kinder und wurde Heiligabend 1971 in Weilerbach bei Kaiserslautern beigesetzt. Dem Begräbnis wohnten ca. 1000 Menschen bei, darunter 400 Polizisten.

Fahndung[Bearbeiten]

Später fahndeten die Ermittlungsbehörden nicht nur nach dem VW Bus, sondern auch nach einem VW Käfer mit gefälschten Homburger Kennzeichen und nach einem roten Alfa Romeo mit gefälschten Kennzeichen aus Zweibrücken.

Eine unter dem Namen Schütz angemietete konspirative Wohnung im Kaiserslauterer Almenweg 7e wurde aufgefunden und durchsucht. Dabei fand man an einer Packung Schweinskopfsülze mit Ei die Fingerabdrücke von Klaus Jünschke. Garnreste aus der Wohnung waren identisch mit dem Material von geschlitzten Pudelwesten, die die Täter in einem Auto zurückgelassen hatten. Eine Kugel, die Schoner getroffen hatte, stammte aus derselben Waffe, die der Terrorist Jan-Carl Raspe bei seiner Festnahme am 01.06.1972 benutzen sollte. Weitere Spuren legten den Verdacht nahe, daß wohl auch Ulrike Meinhof, Manfred Grashof und Wolfgang Grundmann in der Wohnung waren.

Das Gericht ging davon aus, daß der Überfall durch Klaus Jünschke, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe durchgeführt wurde. Jünschke wurde 1977 u. a. wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

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