Fluchttunnel Sebastianstraße 82

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Sebastianstr82.jpg
Lage in Berlin
Breitengrad: 52.504462 Längengrad: 13.412808
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Dieses Thema
hat einen Bezug
zur DDR.

Im Haus Sebastianstr. 82 hatten im Frühjahr/Sommer 1962 (vor 57 Jahren) Arbeiten an einem Fluchttunnel begonnen. Unter der Leitung der beiden Fluchthelfer Siegfried Noffke und Dieter Hötger entstand ein ca. dreißig Meter langer und rund 75 Zentimeter breiter Tunnel, der bis unter das Kellerfundament des Gebäudes in der Heinrich-Heine-Straße 45-49 reichte. Geplant war es, am 28.06.1962 Angehörige nach West-Berlin zu bringen. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war jedoch seit dem 04.06. durch den Inoffiziellen Mitarbeiter "Pankow" über das Tunnelprojekt informiert und observierte die Arbeiten. Unter dem Decknamen "Maulwürfe" wurde zunächst auf West-Berliner Seite nach Spuren von Erdarbeiten gesucht. Man entdeckte dabei neben den Erdarbeiten im Haus Sebastianstr. 82 ein rund zwei Meter tiefes Loch, welches jedoch zu einem nicht weiter verfolgten Tunnelbauwerk aus Haus Nummer 81 gehörte.

Am 28.06. durchbrachen die Fluchthelfer mit Hilfe eines Wagenhebers den Kellerboden und liefen um 12.15 Uhr in die vorbereitete Falle. Kurz nach dem Einsatzsignal eröffnete ein MfS-Offizier das Feuer auf Noffke und Hötger, die unbewaffnet waren. Noffke starb an seinen Schußwunden und Hötger wurde schwer verletzt. Durch Querschläger wurden jedoch auch der Offizier sowie der IM "Pankow" verwundet. Hötger wurde wie die elf Fluchtwilligen wegen "ungesetzlichen Grenzübertritts" zu einer hohen Haftstrafe verurteilt.

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